Hans Joachim Willrich  wurde 1943 in Neustadt an der Weinstraße geboren, wo er bereits 16jährig Organist und Chorleiter wurde, und die C-Prüfung für Kirchenmusik ablegte. Nach dem Abitur studierte er in Berlin Kirchenmusik bei Karl Hochreither und Helmuth Rilling und war Gaststudent bei den Dirigentenkursen Herbert von Karajans am Berliner Stern’schen Konservatorium. Da ihm Karajan zu einer Dirigentenkarriere riet, ging er 1967 an die Hochschule für Musik in Detmold, wo er das Staatsexamen für A-Kirchenmusik ablegte und noch 3 Jahre die Dirigentenklasse von Prof. Martin Stephani und Prof. G. König besuchte. Gleichzeitig übernahm er eine Kantorenstelle, sowie die Leitung von Chor und Orchester der Detmolder Studentengemeinde, verbunden mit einer regen Konzerttätigkeit als Organist und als Dirigent von Oratorien- und Symphoniekonzerten.

Als ihm 1970 der Essener Generalmusikdirektor Prof. Gustav König eine Stelle an seinem Opernhaus anbot, wechselte er von der Kirchenmusik zur Oper und es folgten schnell Stationen als 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD in Bremerhaven, Coburg und Essen.

1980 holte ihn Intendant Kurt Pscherer als Dirigent und Chordirektor ans Staatstheater am Gärtnerplatz in München, wo er bis Dezember 2008 als Dirigent einen großen Teil des Opern- Operetten- und Musicalrepertoires betreute und auch mit eigenen Premieren, z.B. der deutschen Erstaufführung des Musicals „Oliver“ (Regie: August Everding) großen Erfolg hatte. Seine fast 29jährige erfolgreiche Arbeit mit dem Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz erfuhr 2007 durch die überregional gelobte Aufführung der, wegen ihres Schwierigkeitsgrades kaum aufgeführten, „Nono“- Oper „Intolleranza“ noch einmal einen großartigen Höhepunkt. Mit Dirigaten von „Martha“ (Regie: „Loriot“) und „My Fair Lady“ (Regie: August Everding) verabschiedete sich Hans Joachim Willrich vom Staatstheater am Gärtnerplatz und ist seit 2009 als freiberuflicher Dirigent tätig.

Als Gastdirigent hat Hans Joachim Willrich bei vielen deutschen Opernhäusern, bei fast allen Rundfunkchören und -orchestern, dem Fernsehen und den Salzburger Festspielen gearbeitet. So leitete er z.B. die Bamberger Symphoniker bei Ballettabenden, das Orchester des BR bei einer konzertanten Aufführung der „Csardasfürstin“ in der Münchner Philharmonie, sowie das Orchester des WDR anläßlich der „Telestar“- Preisverleihung des Deutschen Fernsehens in der Kölner Philharmonie. Dabei hat er immer wieder mit bekannten Künstlern wie Johannes Heesters, Jürgen Flimm, August Everding, Otto Schenk, „Loriot“, Klaus Doldinger, Doris Dörrie, Harald Schmidt, Otto Waalkes u.v.a. zusammengearbeitet.

Um seine Erfahrungen auch an junge Musiker weiter zu geben, dirigierte er auch des Öfteren das Orchester des Münchner Konservatoriums und unterrichtete im Rahmen eines Lehrauftrags die Fächer: „Berufschorgesang“ und „Solistisches Ensemblesingen“ an der Hochschule für Musik in München.

Die große Bandbreite seines vokalen und instrumentalen Repertoires vom Barock bis zur Moderne, vom Oratorium bis zum Musical und vom a cappella-Chor über das klassische Orchester bis zur Big Band ist durch viele Rundfunkaufnahmen dokumentiert.